Zu einer attraktiven Doppellesung kommen die durch das Fernsehen im deutschsprachigen Raum bekannt gewordene ehemalige Meßkircherin Luzia Braun und ihr Ehemann Klaus Ruch ins Meßkircher Schloss. Ihre Bücher sind vollkommen unterschiedlich, was den besonderen Reiz des Abends ausmachen wird. Sie lesen aus ihrem jeweiligen Buch, erzählen von der Entstehungsgeschichte und lassen viel Raum für Fragen und Gespräche. Es wird eine Pause zwischen den beiden Lesungen geben, die Möglichkeiten zur Begegnung schafft.
Eintritt: 5 Euro
Luzia Braun, geboren in Messkirch, ist Autorin, Journalistin und Filmemacherin. Sie war viele Jahre das Gesicht der ZDF Kultursendung „aspekte“ und Redakteurin der Sendung „Das literarische Quartett“.
Klaus Ruch, geboren 1952, arbeitete als Universitätslektor und Übersetzer in Mailand, wohin er auch heute noch gerne zurückkehrt. Die meiste Zeit lebt er in Berlin.
Luzia Braun/Ursula März: „Sich sehen. Gespräche über das Gesicht“
Wie sehen wir uns selbst, wenn wir in den Spiegel schauen? Was macht es mit uns, dass das eigene Gesicht so allgegenwärtig ist wie nie zuvor in der Geschichte? Die Journalistinnen Luzia Braun und Ursula März haben 19 prominente und nicht prominente Menschen getroffen, die aus verschiedenen Blickwinkeln über das Gesicht nachdenken – als Boxer oder Influencerin, Modemacher oder Schönheitschirurgin, als Zwilling oder Transgender, als Philosoph oder Bestatter, als Schriftstellerin oder als jemand, dessen Gesicht sich radikal veränderte. Lebens- und berufserfahren erzählen diese Persönlichkeiten mit großer Offenheit und Klugheit über unser wichtigstes Ausdrucksmittel und davon, was „sich sehen“ für sie bedeutet.
Klaus Ruch: „Vom Versuch eine Brezel gerade zu biegen. Eine Kindheit und Jugend im Schwarzwald“
Liselotte wird 1930 in Hausach im Kinzigtal in einen Bäckerhaushalt hineingeboren. Sie entwickelt sich aus schwächlichen Anfängen zu einem Wildfang, der in der Fürsorge des Vaters einen sicheren Rückhalt hat. Der Blick der Heranwachsenden zeigt uns die dörfliche Welt der Handwerker und Bauern, der Knechte und Mägde, ihre Prägung durch den Katholizismus und die allmähliche Aufweichung der dörflichen Gemeinschaft durch den Nationalsozialismus. Auch im Bäckerhaus fordert die NS-Politik ihre Opfer. Erste Konflikte mit dem Vater brechen auf. Ein tausendjähriges Reich zerfällt, auf den Trümmern erblüht Liselottes Freundschaft mit der Tochter eines französischen Besatzungsoffiziers. Die Abnabelung vom Elternhaus gipfelt im Zerwürfnis mit dem Vater, das bis ins hohe Alter Spuren hinterlässt.